Hilfe für empfindliche Zähne

Mikrostrukturelle Bewertung des Einsatzverhaltens von Zahnpflegeprodukten

© Foto Fraunhofer IMWS

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Dentin nach Behandlung mit einer desensibilisierenden Zahnpasta.

»Zwei Mal am Tag, mindestens zwei Minuten« – jedes Kind in Deutschland kennt diese Formel und weiß um die Bedeutung der Zahnhygiene für das eigene Wohl. Das Fraunhofer IMWS nähert sich diesem Thema, das jahrzehntelang hauptsächlich biowissenschaftlich und zahnmedizinisch betrachtet wurde, intensiv auf der Materialebene, mit hoch spannenden Ergebnissen: Die Wissenschaftler in Halle konnten mit mikrostrukturellen Untersuchungen beispielsweise die Einflüsse der Borstengeometrien von Zahnbürsten auf das Putzergebnis bewerten oder Verfärbungsprozesse durch Mundwässer erklären.

Neueste Arbeiten in Halle befassen sich mit dem verbreiteten Phänomen von überempfindlichen Zähnen und deren Behandlungsmöglichkeiten. Die Industrie sucht hier nach Modellen, um Wirkstoffe und Rezepturen bereits während der Entwicklung und vor den aufwendigen klinischen Tests prüfen zu können. Die meisten existierenden Produkte gegen überempfindliche Zähne zielen auf einen Verschluss der an den freigelegten Zahnhälsen exponierten Kanäle im Dentin, um die Weiterleitung von Schmerzimpulsen an die Zahnnerven zu unterbrechen.

Die Forscher des Fraunhofer IMWS konnten ein Modell etablieren, in dem der Verschluss chemisch und abbildend charakterisiert wird und mit einer Durchflussmessung am Dentin kombiniert werden kann. Es erlaubt darüber hinaus die Integration von mechanischen und Säure-Angriffen in den Testablauf und bietet so hervorragende Möglichkeiten zur Bewertung von schmerzlindernden Produkten.