Biodiesel im überkritischen Prozess

Herstellung von Biodiesel im überkritischen Prozess – Neues Verfahren verspricht Effizienzsteigerung, Umweltvorteile und Kostenreduktion – Laboranlage soll Nachweis erbringen

In dem Projekt aus Mitteln des Energie- und Klimafonds der Bundesregierung über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe soll die bei der Biodieselherstellung übliche Umesterung des Pflanzenöls mit überkritischem Methanol erfolgen. An Stelle der sonst eingesetzten flüssigen Reaktionsbeschleuniger verwendet das Fraunhofer ICT-IMM innovative heterogene Katalysatoren, die als Beschichtung in mikroskaligen Reaktoren aufgebracht werden.

© Foto Fraunhofer ICT-IMM

Demonstrationsanlage

Überkritisch – das ist jener thermodynamische Zustand, den Stoffe ab einer bestimmten Konstellation von Temperatur und Druck annehmen und bei dem die Eigenschaften von Flüssigkeiten und Gasen ohne Phasentrennung  ineinander übergehen.


Getestet wird eine Labor-Kleinanlage, die bei deutlich höheren Reaktionsgeschwindigkeiten Biodiesel aus verschiedenen Pflanzenölen herstellen soll. Durch die überkritische Prozessführung verkürzt sich die Reaktionszeit und es entfallen mehrere Prozessschritte, wie z. B. die Rückgewinnung des Katalysators. Mittels der vorliegenden Konzeption erhöhen sich die Umesterungsraten, die Baugröße des Reaktors sowie der Wasserverbrauch verringern sich, gleichzeitig sinkt die Empfindlichkeit des Prozesses gegen Wasserspuren im Rohmaterial.


Auch der geringere Bedarf an Methanol, die höhere Reinheit des Nebenproduktes Glycerins und die große Langzeitstabilität des Katalysators sind weitere der
Vorzüge. Der Prozess erfordert zwar hohe Drücke und Temperaturen, dennoch liegt der Gesamtenergieverbrauch aufgrund der Prozessoptimierung unter dem herkömmlicherVerfahren. Wirtschaftlich bietet das überkritische Verfahren
großes Potenzial.