Filamente für den 3D-Druck aus recycelten C-Fasern und recyceltem ABS

Pressemitteilung Fraunhofer ICT / 2.8.2017

Gemeinsam mit vier Unternehmen aus Baden-Württemberg entwickelt das Karlsruher Institut für Technologie KIT und das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT ein kohlenstofffaserverstärktes Filament für den 3D-Druck, das vollständig aus Recyclingmaterial besteht.

© Foto Fraunhofer ICT

Kohlenstofffaser-Rezyklate, geschnitten zu Patches der Dimension 20 x 20mm.

ABS ist durch sein gute Verarbeitbarkeit und guten thermischen und mechanischen Eigenschaften derzeit neben PLA der am meisten verwendete Kunststoff für den 3D-Druck. Wenn die Anforderungen an die 3D-gedruckten Bauteileigenschaften steigen, ist es sinnvoll, eine Faserverstärkung einzusetzen. Im Baden-Württembergischen Verbundprojekt Recycl3D des Karlsruher Institut für Technologie KIT und des Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT, werden Filamente auf Basis ABS-Rezyklat und C-Faser-Rezyklat entwickelt, und vier Baden-Württembergischen Industrieunternehmen unterschiedlicher Branchen als Abmusterungsmaterial zur Verfügung gestellt.

Das sehr anwendungsorientierte Projekt zielt auf die werkstoffliche Aufbereitung und Verwendung von Kohlenstofffasern aus sogenannten End-of-Life-Anwendungen, z.B. aus Windenergieanlagen, Flugzeugen oder Fahrzeugen ab. Als Matrix werden Angüsse, also Produktionsreststoffe von Spritzgussbauteilen aus ABS verwendet. Filamente aus C-Faserverstärktem ABS haben gute mechanische Eigenschaften sowie gute thermische Eigenschaften. Welche Anwendungen damit im 3D-Druck hergestellt werden können,  wird dabei im Austausch mit mehreren Industriepartnern erörtert. Diese sind: ein großes Unternehmen für Halbzeuge aus technischen Kunststoffen, ein mittelständischer Compoundeur, ein Hersteller von elektronischen Bauelementen und ein Entwickler von 3D-Druckmaschinen.

Auf unserem Stand auf der Composite Europe in Stuttgart drucken wir live kleine, nützliche give-aways aus unserem neuen Recycling-Filament und zeigen damit die Serientauglichkeit des Materials. Wir sind im Composites Germany Pavillon, Halle 4, Stand A43 h und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.