Pilotanlage CarbonDemonstration: Aus Abfall wird Rohstoff

Prof. Bernd Meyer entwickelt einen neuen Vergasungsreaktor, der kohlenstoffhaltige Abfälle sauber verwertet und daraus Synthesegas erzeugt. Foto: TU Bergakademie Freiberg/IEC

Vorbehandelte Kohle, Abfälle und Reststoffe werden in einem neuen Prozess vollständig zu Synthesegas umgewandelt. Grafik: TU Bergakademie Freiberg/IEC

In Leuna soll ab 2021 eine neue Anlage entstehen, die kohlenstoffhaltige Abfälle in Synthesegas umwandelt. Foto: TU Bergakademie Freiberg/IEC

Klimaschutz und Energiewende bedeuten für die deutsche Industrie einen Strukturwandel, der weit mehr umfasst als das Ende der Verstromung fossiler Energieträger. So besteht ebenfalls das Ziel, die gesamte Rohstoffversorgung der Industrie so weit wie möglich aus nachhaltigen Quellen zu bestreiten. Das Fraunhofer IMWS arbeitet deshalb gemeinsam mit Partnern daran, eine Aufarbeitungsanlage für kohlenstoffhaltige Reststoffe und Kunststoffabfälle aufzubauen, deren Produkte als Rohstoff für die chemische Industrie zur Verfügung stehen. Damit wird eine emissionsarme Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft möglich.

 

Die Fraunhofer-Pilotanlage CarbonDemonstration soll nach einer Planungsphase ab 2021 inmitten des mitteldeutschen Chemiedreiecks am Standort Leuna entstehen. Sie produziert Synthesegase aus Plastikmüll und ersetzt damit Erdöl als Ausgangsstoff der chemischen Industrie. Kern der zugrundeliegenden Konversionstechnik ist ein Prozess, in dem kohlenstoffhaltige Roh- und Reststoffe mit Sauerstoff und Wasserdampf unter Wärmeentwicklung bei Temperaturen über 1000 °C behandelt werden. Durch das zusätzliche Hinzufügen von Wasserstoff kann nach weiterer Aufbereitung und Aufreinigung ein nachhaltiges Synthesegas gewonnen werden. Die Versorgung mit Wasserstoff und Sauerstoff erfolgt durch die derzeit ebenfalls in Leuna entstehende Elektrolyseplattform: Dort werden diese Elemente unter Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien mittels Elektrolyse erzeugt.

 

Die Pilotanlage leistet damit letztlich chemisches Recycling und schließt den Kohlenstoffkreislauf: Kohlenstoff wird nicht verbrannt, um dann als CO2 die Umwelt zu belasten, sondern für andere Stoffverbindungen genutzt. Planung und Betrieb des Projekts werden vom Fraunhofer-Leistungszentrum Chemie- und Biosystemtechnik koordiniert.